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Internationales SEOhreflang-PrüfungMehrsprachige Websites
SEO 13 Min. Lesezeit 29. Aug. 2026

hreflang überwachen: Wenn die falsche Sprache rankt

hreflang bricht leise: fehlende Rückverweise, Ziele mit 404 oder Weiterleitung, Konflikte mit dem Canonical. So prüfen Sie alle Sprachversionen laufend.

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XICTRAQ Team

XICTRAQ

SEOhreflangInternationalisierungMonitoring
24
Amtssprachen in der Europäischen Union, jede ein eigener hreflang-Zweig (Europäische Union)
249
offiziell zugewiesene Ländercodes nach ISO 3166-1 Alpha 2 (ISO)
3
zulässige Wege, hreflang auszuzeichnen: Kopfbereich, HTTP-Header, Sitemap (Google Search Central)
hreflang-Gegenprüfung: wer verweist auf wenGegenverweise der SprachversionenZeile verweist auf Spalte - fehlt der Rückverweis, wird das Paar verworfende-DEen-GBen-USfr-FRx-defaultde-DEselbstgesetztgesetztgesetztgesetzten-GBgesetztselbstgesetztgesetztgesetzten-USgesetztgesetztselbstfehltfehltfr-FRgesetztgesetzt301selbstgesetzt3 von 16 Beziehungen brechen - entstanden beim letzten DeployOhne Rückverweis kann die Angabe verworfen werden (Google Search Central)Statusprüfung je Sprachversionjede hreflang-URL einzeln abgerufen, aus mehreren Ländernde-DE/de/preise/200en-GB/en/pricing/200en-US/us/pricing/ - nicht erreichbar404fr-FR/fr/tarifs/ - leitet weiter301Prüfpunkte in mehreren Ländern, je SprachversionZiel sollte mit 200 antworten, ohne UmwegAlle Sprachversionen laufend prüfen statt einmal beim RelaunchGegenverweise, Statuscode je Locale und Änderungen am Kopfbereich - überwacht von XICTRAQFehlende Rückverweise und Ziele mit 404 zählen zu den häufigsten hreflang-Fehlern (Google Search Central)24 Amtssprachen in der EU (Europäische Union) - jede weitere Sprachversion vervielfacht die Gegenverweise
Eine mehrsprachige Website hat ein Problem, das eine einsprachige nicht kennt: Sie kann technisch verfügbar sein, schnell laden und trotzdem den falschen Besuchern die falsche Fassung zeigen. Verantwortlich dafür ist die hreflang-Auszeichnung - eine Angabe im Kopfbereich, im HTTP-Header oder in der XML-Sitemap, die Suchmaschinen mitteilt, welche Sprach- und Länderversion für welches Publikum gedacht ist. Sie gehört zu den wenigen SEO-Angaben, die vollständig unsichtbar brechen: Kein Statuscode ändert sich, keine Seite wird langsamer, kein Besucher sieht eine Fehlermeldung. Erst Wochen später fällt auf, dass die österreichische Fassung in Deutschland rankt, die englische Seite für französische Suchanfragen erscheint oder eine Sprachversion aus dem Index verschwunden ist. Technisches SEO-Monitoring deckt heute Sitemap, robots.txt, strukturierte Daten, Weiterleitungsketten und noindex ab - Mehrsprachigkeit bleibt dabei häufig die Lücke. Dieser Beitrag zeigt, welche hreflang-Fehler in der Praxis auftreten, warum ein einmaliges Audit sie nicht dauerhaft ausschließt und wie sich alle Sprachversionen im laufenden SEO-Monitoring gemeinsam prüfen lassen.

Warum hreflang bricht, ohne dass es jemand merkt

hreflang ist kein Bestandteil der Auslieferung, sondern eine Zusatzangabe über die Auslieferung. Der Server antwortet mit Status 200, der Inhalt ist vollständig, die Ladezeit stimmt - und trotzdem kann die Auszeichnung inhaltlich falsch sein. Sie verweist auf eine URL, die es seit dem letzten Relaunch nicht mehr gibt. Sie nennt einen Regionscode, den der Standard gar nicht kennt. Sie fehlt auf genau der einen Seite, die als Gegenstück gebraucht wird. Keine dieser Abweichungen erzeugt einen Alarm in einer klassischen Verfügbarkeitsüberwachung, weil die geprüfte Seite ja erreichbar bleibt. Wer nur den Statuscode der Startseite beobachtet, sieht von diesem Problem nichts.

Dazu kommt die Größe des Problems. Die Auszeichnung ist wechselseitig: Jede Sprachversion muss sich selbst nennen und zusätzlich alle Geschwisterfassungen aufführen (Google Search Central). Bei fünf Sprachversionen sind das fünf Angaben je Seite und 25 Angaben je Seitengruppe, bei zehn Sprachversionen bereits 100. Eine Website mit 2.000 URLs je Sprache und fünf Sprachen trägt damit 50.000 einzelne Verweise, die zueinander passen müssen. Diese Menge lässt sich nicht per Sichtprüfung kontrollieren, und sie verändert sich bei jedem Deploy, bei jeder gelöschten Seite und bei jeder neuen Weiterleitung. Genau deshalb ist Mehrsprachigkeit kein Thema für eine Checkliste, sondern für einen wiederkehrenden Abgleich.

Hinzu kommt ein organisatorischer Effekt: In vielen Teams verantwortet die Redaktion die Inhalte je Markt, die Entwicklung aber die Vorlage, aus der die Angaben im Kopfbereich erzeugt werden. Zwischen diesen beiden Zuständigkeiten liegt eine Lücke. Die Redaktion sieht die fertige Seite und beurteilt Text und Bild, nicht den Quelltext. Die Entwicklung sieht den Quelltext, kennt aber selten die Zuordnung der Märkte im Detail. Fällt eine Beziehung weg, fehlt beiden Seiten der Anlass, danach zu suchen.

hreflang ist ein Hinweis, keine Anweisung

Suchmaschinen behandeln die Auszeichnung als Signal, nicht als Befehl (Google Search Central). Sie hilft dabei, die passende Sprachversion in den Ergebnissen zu zeigen, erzwingt sie aber nicht. Daraus folgt zweierlei: Eine korrekte Auszeichnung ersetzt keine eigenständigen Inhalte je Markt - und ein Fehler in der Auszeichnung wird nicht als Fehler gemeldet, sondern führt lediglich dazu, dass das Signal stillschweigend verworfen wird. Genau deshalb bleibt der Bruch so lange unbemerkt: Es gibt keine Fehlermeldung, nur ein Ignorieren ohne Rückmeldung.

Wie die Auszeichnung aufgebaut ist

Eine hreflang-Angabe besteht aus zwei Teilen: dem Sprachkennzeichen und der Ziel-URL. Das Sprachkennzeichen folgt der Syntax aus BCP 47 (RFC 5646) - ein zweibuchstabiger Sprachcode nach ISO 639-1, bei Bedarf ergänzt um einen Regionscode nach ISO 3166-1 Alpha 2 (Google Search Central). de steht damit für Deutsch unabhängig vom Land, de-AT für Deutsch in Österreich. Ein Regionscode allein ist unzulässig: AT ohne vorangestellten Sprachcode wird verworfen (Google Search Central). ISO 3166-1 Alpha 2 führt derzeit 249 offiziell zugewiesene Ländercodes (ISO) - genug Raum für Tippfehler, die sich beim Lesen unauffällig ausnehmen. Die Ziel-URL muss vollständig qualifiziert sein, also Protokoll und Hostnamen enthalten (Google Search Central); relative Pfade bleiben wirkungslos.

Ein verbreiteter Fall ist en-UK für das Vereinigte Königreich. Der zugehörige Ländercode lautet dort GB, UK ist in ISO 3166-1 Alpha 2 nicht als regulärer Ländercode zugewiesen (ISO). Die Angabe liest sich plausibel, entspricht aber nicht dem Standard und wird deshalb übergangen. Ähnlich gelagert sind Fälle, in denen ein Sprachcode mit einem Ländercode verwechselt wird - etwa cz statt cs für Tschechisch oder jp statt ja für Japanisch. Solche Verwechslungen entstehen typischerweise dort, wo die Sprachkennzeichen aus einer Länderliste im Redaktionssystem abgeleitet werden statt aus einer Sprachliste.

AuszeichnungswegGeeignet fürTypische Schwachstelle
Link-Elemente im HTML-Kopfbereichüberschaubare Seitenzahl, direkte Kontrolle je Vorlagewächst mit jeder Sprache und fällt bei Vorlagenumbauten leise weg
HTTP-Header vom Typ LinkDateien ohne HTML-Kopfbereich, etwa PDF-Dokumenteim Browser unsichtbar, geht bei Serverumzügen häufig verloren
XML-Sitemap mit xhtml:linkgroße Seitenbestände, zentrale Pflege an einer StelleSitemap-Grenze von 50.000 URLs und 50 MB je Datei (sitemaps.org)

Alle drei Wege sind zulässig, sollten je Seite aber nicht gemischt werden: Google empfiehlt, sich für einen Weg zu entscheiden, weil widersprüchliche Angaben aus Kopfbereich und Sitemap die Auswertung erschweren (Google Search Central). In der Praxis entsteht genau dieser Widerspruch beim Wechsel. Ein Team stellt auf die Sitemap-Variante um, entfernt die alten Link-Elemente aber nicht auf allen Seitentypen - und zurück bleibt ein Zustand, in dem zwei Quellen unterschiedliche Aussagen treffen. Wer die XML-Sitemap ohnehin überwacht, sollte den hreflang-Teil in dieselbe Prüfung einbeziehen, statt ihn getrennt zu behandeln.

Sieben Fehlerbilder, die Sichtbarkeit kosten

Die folgenden Muster tauchen in Prüfungen mehrsprachiger Websites regelmäßig auf. Sie unterscheiden sich in der Ursache, nicht aber in der Wirkung: Das Signal wird verworfen, und die Suchmaschine entscheidet ohne es, welche Fassung sie in welchem Markt zeigt.

  1. Fehlender Rückverweis. Verweist Seite A auf Seite B, muss Seite B auf Seite A zurückverweisen (Google Search Central). Fehlt dieser Gegenverweis, bleibt das Paar unberücksichtigt. Der Fehler entsteht typischerweise, wenn eine Sprachversion nachträglich hinzukommt und die bestehenden Vorlagen nicht nachgezogen werden.
  2. Ziel antwortet mit 404 oder Weiterleitung. Ein hreflang-Ziel sollte unmittelbar mit Status 200 antworten. Zeigt die Angabe auf eine gelöschte Seite oder auf eine Weiterleitung, geht die Beziehung verloren. Ketten aus mehreren Sprüngen verschärfen das zusätzlich - wie sie entstehen und wie man sie kurz hält, beschreibt der Beitrag zu Weiterleitungsketten.
  3. Widerspruch zwischen hreflang und Canonical. Jede Sprachversion sollte sich selbst als kanonische Fassung ausweisen (Google Search Central). Zeigt die deutsche Seite per Canonical auf die englische, hebt sie ihre eigene hreflang-Angabe auf: Sie erklärt sich selbst zum Duplikat und fällt aus dem Index.
  4. Falscher oder erfundener Regionscode. en-UK statt en-GB, ein deutscher Ländercode für eine schweizerische Fassung, ein festlandchinesischer Code für ein taiwanisches Angebot - solche Angaben lesen sich plausibel und werden dennoch verworfen, weil der Code nicht dem Standard entspricht (ISO).
  5. x-default fehlt. Für Besucher, deren Sprache oder Region zu keiner vorhandenen Fassung passt, ist der Wert x-default vorgesehen (Google Search Central). Ohne diesen Eintrag entscheidet die Suchmaschine selbst, welche Fassung sie in Zweifelsfällen zeigt - häufig die stärkste, nicht die passendste.
  6. Automatische Sprachweiterleitung. Leitet der Server Besucher anhand der vermuteten Sprache oder der IP-Adresse um, trifft dieselbe Regel auch Crawler. Google rät ausdrücklich von automatischen Umleitungen auf Basis der vermuteten Nutzersprache ab (Google Search Central), weil sie den Zugriff auf die übrigen Fassungen abschneiden können.
  7. Länderversionen, die sich gegenseitig verdrängen. Bei sehr ähnlichen Fassungen - etwa einer deutschen und einer österreichischen Seite mit weitgehend gleichem Text - kann die Suchmaschine sie als Duplikate behandeln, sobald die Auszeichnung bricht. Dann rankt eine Fassung in beiden Märkten, und die zweite verschwindet aus den Ergebnissen.
Der Rückverweis ist die empfindlichste Stelle

Von allen hreflang-Fehlern ist der fehlende Gegenverweis der unauffälligste, weil er auf der geprüften Seite gar nicht sichtbar wird: Dort steht die Angabe vollständig und formal korrekt. Der Fehler liegt auf der Gegenseite. Eine Prüfung, die nur eine einzelne URL betrachtet, findet ihn erfahrungsgemäß nicht - erst der Abgleich aller genannten Ziele untereinander deckt ihn auf. Deshalb gehört zu einer belastbaren hreflang-Prüfung der Abruf der gesamten Sprachgruppe, nicht nur der Einstiegsseite.

Wenn die falsche Sprachversion rankt

Das häufigste Symptom eines hreflang-Bruchs ist kein Fehler, sondern eine Verschiebung. Der Traffic bleibt in Summe stabil, verteilt sich aber anders: Die österreichische Fassung sammelt plötzlich deutsche Besucher ein, die britische Seite erscheint für Suchanfragen aus den Vereinigten Staaten, die niederländische Version verliert Sichtbarkeit an die englische. In der Berichtsansicht sieht das nach einem Marketingthema aus, tatsächlich steckt eine technische Ursache dahinter. Wer Kampagnen je Markt fährt, sollte parallel auf eine saubere Kampagnenauszeichnung achten, damit die Verschiebung nicht fälschlich einem bezahlten Kanal zugeschrieben wird.

Wirtschaftlich ist der Schaden konkreter, als die reinen Besuchszahlen nahelegen. Wer in Deutschland sucht und auf einer Fassung mit anderer Währung, anderen Lieferzeiten, anderen Zahlungsarten oder anderen Rechtstexten landet, springt häufiger ab und kauft seltener. Für Anbieter mit europäischem Geschäft ist das relevant: Die Europäische Union zählt 27 Mitgliedstaaten und 24 Amtssprachen (Europäische Union), und gut die Hälfte der deutschen Warenausfuhren ging zuletzt in EU-Mitgliedstaaten (Statistisches Bundesamt). Jede dieser Zielgruppen erwartet die auf sie zugeschnittene Fassung - und findet sie nur, wenn die Auszeichnung stimmt.

Erschwerend kommt hinzu, dass sich der Effekt nur schwer einer Ursache zuordnen lässt, sobald er einmal eingetreten ist. Rankings verschieben sich nicht am Tag des Deploys, sondern über Wochen, während die Suchmaschine die geänderten Signale neu bewertet. Wer erst dann zu suchen beginnt, hat mehrere Veröffentlichungen zwischen Ursache und Wirkung liegen. Eine Überwachung, die den Kopfbereich je Sprachversion versioniert, verkürzt diese Distanz auf einen Tag.

Ein Rankingproblem mit technischer Ursache

Wenn Sichtbarkeit zwischen Länderversionen wandert, lohnt der Blick in den Kopfbereich, bevor Inhalte umgeschrieben werden. Prüfen Sie in dieser Reihenfolge: Nennt sich jede Fassung selbst? Verweisen alle genannten Ziele zurück? Antwortet jedes Ziel unmittelbar mit Status 200? Zeigt das Canonical jeder Fassung auf sich selbst? Vier Fragen, die sich maschinell beantworten lassen - und die in dieser Reihenfolge den größten Teil der Fälle klären, bevor überhaupt über Inhalte gesprochen wird.

Automatische Sprachweiterleitung: bequem, riskant, teils unzulässig

Viele internationale Websites leiten Besucher automatisch um: anhand der Browsersprache, anhand der IP-Adresse oder anhand einer Kombination aus beidem. Aus Produktsicht wirkt das freundlich. Für die Auffindbarkeit ist es riskant, weil ein Crawler dieselbe Behandlung erfährt wie ein Besucher. Erreicht ein Crawler mit US-amerikanischer Ausgangsadresse die deutsche Fassung und wird auf den US-Pfad umgeleitet, sieht er die deutsche Fassung nicht - und kann folglich weder ihren Inhalt erfassen noch die hreflang-Beziehung bestätigen. Google rät deshalb von automatischen Umleitungen anhand der vermuteten Nutzersprache ab (Google Search Central).

Hinzu kommt eine rechtliche Grenze, die im SEO-Kontext selten mitgedacht wird. Artikel 3 der Geoblocking-Verordnung untersagt Händlern, Kunden ohne deren ausdrückliche Zustimmung automatisch auf eine andere Länderfassung der Online-Benutzeroberfläche umzuleiten (Geoblocking-Verordnung). Wird umgeleitet, muss die ursprünglich angesteuerte Fassung leicht zugänglich bleiben (Geoblocking-Verordnung). Die Verordnung gilt seit dem 3. Dezember 2018 (Geoblocking-Verordnung) und betrifft damit einen großen Teil der europäischen Online-Angebote. Technische Empfehlung und regulatorische Vorgabe zeigen hier ausnahmsweise in dieselbe Richtung.

Sprachhinweis statt Zwangsumleitung

Der verträglichere Weg ist ein Hinweis statt einer Weiterleitung: ein einblendbarer Sprachvorschlag mit klarer Auswahl, der die aufgerufene Fassung stehen lässt. Suchmaschinen sehen weiterhin die angeforderte URL, Besucher behalten die Kontrolle, und die Anforderung an die leichte Zugänglichkeit der ursprünglichen Fassung (Geoblocking-Verordnung) bleibt erfüllt. Wichtig ist, dass eine getroffene Auswahl gespeichert wird, ohne daraus beim nächsten Besuch eine erzwungene Umleitung zu machen. Ob der Ablauf im Browser tatsächlich so greift wie gedacht, lässt sich mit aufgezeichneten Browser-Abläufen nachstellen.

Warum ein einmaliges Audit nicht reicht

hreflang wird in vielen Projekten einmal eingerichtet, einmal geprüft und dann abgehakt. Das Problem daran: Die Auszeichnung beschreibt Beziehungen zwischen URLs - und URLs ändern sich. Eine Kampagnenseite wird gelöscht, ein Produkt läuft aus, eine Kategorie bekommt einen neuen Pfad, eine Vorlage wird umgebaut. Jede dieser Änderungen kann eine Beziehung brechen, ohne dass jemand an hreflang denkt. Besonders anfällig sind Veröffentlichungen: Wird der Kopfbereich aus einem Layout-Baustein erzeugt, genügt eine geänderte Bedingung, damit die Angaben auf einem ganzen Seitentyp verschwinden - vergleichbar mit dem noindex-Tag, das nach einem Deploy versehentlich live geht.

PrüfaspektEinmaliges AuditLaufende Überwachung
ZeitpunktMomentaufnahme, meist zum Relaunchin festem Takt und nach jeder Veröffentlichung
Gegenverweisestichprobenartig auf wenigen Vorlagenvollständiger Abgleich der gesamten Sprachgruppe
Statuscode der Zieleselten mitgeprüftje hreflang-URL einzeln abgerufen
Weiterleitungenfallen erst beim Klick aufals Kette erfasst und gemeldet
Canonical-Konfliktmanuell im Quelltext gesuchtje Fassung automatisch verglichen
Änderungen am Kopfbereichunbemerkt bis zum nächsten Auditals Abweichung zum Vortag gemeldet
Regionale Unterschiedeaus einer einzigen Netzsicht geprüftaus mehreren Ländern geprüft

Der Unterschied ist keine Frage der Gründlichkeit, sondern der Frequenz. Ein Audit sagt, wie der Stand am Prüftag war. Eine laufende Prüfung sagt, wann er sich geändert hat - und das ist die Information, mit der sich ein Fehler einer Veröffentlichung zuordnen und beheben lässt. Dasselbe Muster gilt für technisches SEO insgesamt: Der Wert entsteht aus der Wiederholung, nicht aus der Tiefe eines einzelnen Durchlaufs.

Was eine laufende hreflang-Überwachung prüfen muss

Damit die Prüfung belastbar wird, reicht es nicht, den Kopfbereich einer Seite zu lesen. Vier Prüfebenen greifen ineinander und ergeben erst gemeinsam ein verwertbares Bild:

Gegenverweise vollständig abgleichen

Jede in der Auszeichnung genannte URL wird abgerufen und daraufhin geprüft, ob sie zurückverweist und sich selbst nennt (Google Search Central). Erst dieser Abgleich über die gesamte Sprachgruppe zeigt einseitige Beziehungen. Eine Prüfung einzelner URLs findet sie erfahrungsgemäß nicht, weil auf der betrachteten Seite alles korrekt aussieht.

Statuscode und Weiterleitung je Ziel

Jedes hreflang-Ziel wird einzeln aufgerufen: Antwortet es mit 200, mit 404 oder mit einer Weiterleitung? Ein Sonderfall sind Seiten, die trotz fehlenden Inhalts Status 200 melden - dazu passt der Beitrag zu Fehlerseiten mit falschem Statuscode, die in jeder automatisierten Prüfung als gesund durchgehen.

Prüfpunkte in mehreren Ländern

Weil Sprachweiterleitungen und Netzwerkregeln je Herkunftsland unterschiedlich greifen, sollte die Prüfung aus mehreren Regionen erfolgen. Aus einem einzigen Rechenzentrum betrachtet, wirkt eine geobasierte Umleitung leicht wie ein sauberer Zustand. Warum ein einzelner Prüfstandort zu wenig ist, behandelt der Beitrag zum Monitoring aus mehreren Standorten.

Alarm bei Änderungen nach dem Deploy

Kopfbereich und Canonical sind Vorlagenbestandteile: Sie ändern sich mit dem Code, nicht mit dem Inhalt. Eine Überwachung, die den Kopfbereich je Sprachversion versioniert und Abweichungen meldet, erkennt den Bruch am selben Tag - und leitet ihn über Benachrichtigungen an das zuständige Team weiter, statt ihn in einem Bericht zu sammeln.

Ein Vorgehen in sechs Schritten

Aus der Erkenntnis wird erst dann Wirkung, wenn die Prüfung in feste Abläufe wandert. Ein pragmatisches Vorgehen, das sich auch in kleineren Teams umsetzen lässt:

  1. Sprachgruppen definieren: Legen Sie fest, welche URLs zusammengehören - je Seitentyp, nicht je Einzelseite. Ohne diese Zuordnung lässt sich kein Gegenverweis prüfen, weil das Soll unbekannt bleibt und jede Abweichung als vermeintlich richtig durchgeht.
  2. Auszeichnungsweg vereinheitlichen: Entscheiden Sie sich je Seitentyp für Kopfbereich, HTTP-Header oder Sitemap und entfernen Sie die übrigen Varianten (Google Search Central). Doppelte Angaben aus zwei Quellen sind eine häufige Ursache widersprüchlicher Signale.
  3. Codes gegen den Standard prüfen: Gleichen Sie jedes Sprachkennzeichen gegen ISO 639-1 und ISO 3166-1 Alpha 2 ab (ISO). Ein maschineller Abgleich findet Fälle wie en-UK, die beim Lesen durchrutschen, weil sie sich richtig anfühlen.
  4. Ziele einzeln abrufen: Prüfen Sie je hreflang-URL Statuscode, Weiterleitungsziel und Canonical. Diese Prüfung gehört in denselben Lauf wie die Überwachung defekter Verweise, weil beide dieselben Ursachen haben.
  5. Deploys als Prüfanlass setzen: Lösen Sie nach jeder Veröffentlichung einen Durchlauf aus und vergleichen Sie den Kopfbereich mit dem letzten bekannten Stand. Sinnvoll ist im selben Zug die Kontrolle, ob noch veraltete Fassungen aus dem Cache ausgeliefert werden - eine gecachte Seite kann eine längst korrigierte Auszeichnung weiter zeigen.
  6. Befunde berichten: Halten Sie den Zustand je Sprachversion in regelmäßigen Berichten fest, damit Verschlechterungen sichtbar werden, bevor sie sich in den Rankings niederschlagen, und damit die Entwicklung über Monate nachvollziehbar bleibt.

Wer eine mehrsprachige Website neu aufsetzt oder umzieht, sollte die hreflang-Prüfung von Beginn an in den Umzugsplan aufnehmen: Der Beitrag zur Überwachung von Website-Migrationen beschreibt den Rahmen dafür. Beim Relaunch treffen alle Risikofaktoren zusammen - neue Pfade, neue Vorlagen, neue Weiterleitungen -, und die Auszeichnung ist eine der Angaben, die dabei am leichtesten unter den Tisch fällt.

Mehrsprachigkeit dauerhaft überwachen

hreflang gehört zu den Angaben, die bei der Einführung viel Aufmerksamkeit bekommen und danach kaum noch welche. Genau darin liegt das Risiko: Die Auszeichnung beschreibt Beziehungen zwischen URLs, und diese Beziehungen ändern sich bei jedem Deploy, jeder gelöschten Seite und jeder neuen Weiterleitung. Ein Bruch erzeugt keinen Ausfall, keine Fehlermeldung und keinen Alarm - er verschiebt lediglich, welche Fassung in welchem Markt erscheint. Das macht ihn zu einem Fall für eine Überwachung, die den Zustand vergleicht, statt ihn nur einmal festzustellen.

Das SEO-Monitoring von XICTRAQ prüft deshalb nicht eine Seite, sondern die Sprachgruppe: Jede hreflang-URL wird einzeln abgerufen, Statuscode und Weiterleitungsziel je Sprachversion erfasst, die Gegenverweise untereinander abgeglichen und die Sprachkennzeichen gegen den Standard geprüft. Änderungen an Kopfbereich und Canonical werden nach einer Veröffentlichung als Abweichung gemeldet, und die Abrufe erfolgen von Prüfpunkten in mehreren Ländern, damit regionale Weiterleitungen auffallen, statt sich hinter einer einzigen Netzsicht zu verstecken.

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Quellen und Studien

Dieser Artikel basiert auf Daten von Google Search Central, ISO, der Europäischen Union und dem Statistischen Bundesamt sowie auf der Geoblocking-Verordnung (EU) 2018/302, den Sitemap-Vorgaben von sitemaps.org und der Syntax für Sprachkennzeichen nach RFC 5646. Die genannten Zahlen beziehen sich auf den Stand der jeweiligen Veröffentlichung. Die Angaben ersetzen keine Rechtsberatung.

Was ist hreflang und wofür wird es gebraucht?
hreflang ist eine Angabe im Kopfbereich einer Seite, im HTTP-Header oder in der XML-Sitemap, die Suchmaschinen mitteilt, welche Sprach- und Länderversion einer Seite für welches Publikum gedacht ist. Das Kennzeichen besteht aus einem Sprachcode nach ISO 639-1 und optional einem Regionscode nach ISO 3166-1 Alpha 2 (Google Search Central). Es hilft dabei, in den Ergebnissen die passende Fassung auszuspielen, statt eine beliebige.
Warum wird meine hreflang-Angabe ignoriert?
Die häufigste Ursache ist ein fehlender Gegenverweis: Verweist Seite A auf Seite B, muss Seite B auf Seite A zurückverweisen, sonst kann das Paar unberücksichtigt bleiben (Google Search Central). Weitere typische Gründe sind Ziele, die mit 404 oder einer Weiterleitung antworten, ein Canonical, das auf eine andere Sprachversion zeigt, sowie Sprachkennzeichen, die nicht dem Standard entsprechen. In allen Fällen erscheint keine Fehlermeldung - das Signal wird lediglich verworfen.
Braucht jede mehrsprachige Website ein x-default?
Verpflichtend ist der Eintrag nicht, in der Regel aber sinnvoll. x-default benennt die Fassung für Besucher, deren Sprache oder Region zu keiner vorhandenen Version passt (Google Search Central). Fehlt der Eintrag, entscheidet die Suchmaschine in Zweifelsfällen selbst - erfahrungsgemäß zugunsten der insgesamt stärksten Fassung, nicht zwingend der inhaltlich passendsten. Typischerweise dient eine Sprachauswahlseite oder die internationale englische Fassung als x-default.
Darf ich Besucher automatisch auf ihre Landesversion umleiten?
Im europäischen Handel setzt Artikel 3 der Geoblocking-Verordnung dem Grenzen: Eine automatische Umleitung auf eine andere Länderfassung ist ohne ausdrückliche Zustimmung des Kunden unzulässig, und nach einer Umleitung muss die ursprünglich angesteuerte Fassung leicht zugänglich bleiben (Geoblocking-Verordnung). Auch aus Sicht der Auffindbarkeit ist eine Zwangsumleitung ungünstig, weil sie Crawler in eine einzige Fassung sperren kann (Google Search Central). Ein einblendbarer Sprachhinweis ist die verträglichere Lösung.
Wie oft sollte hreflang geprüft werden?
Sinnvoll ist eine Kombination aus festem Takt und Anlassprüfung: ein regelmäßiger Durchlauf über alle Sprachgruppen sowie ein zusätzlicher Lauf nach jeder Veröffentlichung. Der Grund ist die Ursachenverteilung - die meisten Brüche entstehen erfahrungsgemäß nicht durch redaktionelle Arbeit, sondern durch Änderungen an Vorlagen, Pfaden und Weiterleitungen. Wer nur quartalsweise prüft, hat zwischen Ursache und Befund mehrere Veröffentlichungen liegen.
Was prüft XICTRAQ bei mehrsprachigen Websites?
XICTRAQ ruft jede in der Auszeichnung genannte URL einzeln ab und prüft Statuscode, Weiterleitungsziel und Canonical je Sprachversion. Die Gegenverweise der Sprachgruppe werden untereinander abgeglichen, die Sprachkennzeichen gegen den Standard geprüft und Änderungen am Kopfbereich nach einer Veröffentlichung als Abweichung gemeldet. Die Abrufe erfolgen von Prüfpunkten in mehreren Ländern, damit regionale Weiterleitungen typischerweise auffallen, statt unbemerkt zu bleiben.

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