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Set-Cookie-AttributeSitzungssicherheitSicherheitsscan
Security 13 Min. Lesezeit 1. Sept. 2026

Session-Cookies absichern: Secure, HttpOnly, SameSite

Secure, HttpOnly und SameSite entscheiden, wie schwer eine Sitzungskennung zu stehlen ist. Was jedes Attribut leistet, was es nicht leistet und wie sich der Zustand dauerhaft messen lässt.

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XICTRAQ Team

XICTRAQ

Session-CookiesSameSiteSecurity-Scan
24 %
der Erstanbieter-Cookies tragen das Secure-Attribut, Erhebung Juli 2025 (HTTP Archive Web Almanac)
12 %
der Erstanbieter-Cookies tragen das HttpOnly-Attribut, Erhebung Juli 2025 (HTTP Archive Web Almanac)
64 Bit
Mindestentropie, die eine Sitzungskennung tragen sollte (OWASP)
Anatomie einer Set-Cookie-ZeileDrei Attribute, drei verschiedene AngriffswegeSet-Cookie:__Host-sid=a1b2SecureHttpOnlySameSite=StrictPath=/SecureNur über HTTPS gesendet.Fehlt es, genügt ein Umwegüber http zum Mitlesen.CWE-614HttpOnlyFür document.cookieunsichtbar. Ein Skript liestdie Kennung nicht aus.CWE-1004SameSiteSteuert das Mitsenden beifremden Absendern. Stricthält die Kennung heraus.CWE-1275Verbreitung bei Erstanbieter-Cookies (HTTP Archive Web Almanac, Juli 2025)Secure gesetzt24 %HttpOnly gesetzt12 %SameSite=Strict3 %ohne SameSite-Wert66 %
Ein Sitzungscookie ist der Ausweis, den ein Browser bei jeder weiteren Anfrage vorzeigt. Wer ihn kopiert, ist angemeldet - ohne Passwort, ohne zweiten Faktor. Drei Attribute in der Zeile Set-Cookie entscheiden, wie schwer das fällt: Secure, HttpOnly und SameSite. Die Erhebung des HTTP Archive Web Almanac vom Juli 2025 zeigt, wie selten sie gesetzt sind: 24 Prozent der Erstanbieter-Cookies tragen Secure (HTTP Archive Web Almanac), 12 Prozent tragen HttpOnly (HTTP Archive Web Almanac), und 66 Prozent nennen im Desktop-Lauf gar keinen SameSite-Wert (HTTP Archive Web Almanac). Dieser Beitrag ordnet ein, was jedes Attribut leistet, was es ausdrücklich nicht leistet und wie sich der Zustand dauerhaft messen lässt, statt ihn einmal beim Aufsetzen abzuhaken.

Ein Ampelposten, der drei verschiedene Angriffe abdeckt

In Berichten über Sicherheits-Header steht das Cookie meistens am Rand. Der Beitrag zu den Antwort-Headern und ihrer Wirkung behandelt HSTS, Content-Security-Policy, X-Frame-Options und Referrer-Policy - also das, was der Server über die Antwort selbst aussagt. Die Cookie-Attribute stehen in derselben Antwort, gehören aber zu einer anderen Klasse: Sie beschreiben nicht das Dokument, sondern den Ausweis, den der Browser danach bei jeder weiteren Anfrage mitschickt.

In einem Sicherheitsscan verschwindet dieser Unterschied. Dort steht eine Zeile - Cookies mit Secure-Attribut, erfüllt oder nicht erfüllt - mit einem einstelligen Punktabzug im Gesamtwert. Diese eine Zeile fasst drei voneinander unabhängige Fragen zusammen: ob die Kennung über eine unverschlüsselte Verbindung nach draußen gelangen kann, ob ein eingeschleustes Skript sie auslesen kann und ob ein fremder Absender den Browser dazu bringen kann, sie mitzuschicken. Drei Attribute, drei Angriffswege, ein Punkt.

Wer den Punktabzug ernst nimmt, sollte wissen, welche der drei Fragen offen ist. Der Sicherheitsscan von XICTRAQ liest jedes gesetzte Cookie einzeln aus und hält Name, Secure, HttpOnly und den SameSite-Wert getrennt fest - genau dafür, damit aus dem Ampelpunkt wieder eine Diagnose wird.

Abgrenzung zu den Antwort-Headern

Content-Security-Policy, HSTS und die übrigen Antwort-Header wirken auf das Dokument: Sie legen fest, welche Ressourcen geladen werden dürfen und über welches Protokoll. Wie das eingerichtet wird, steht im Beitrag zur Einrichtung einer Content-Security-Policy. Die Cookie-Attribute wirken auf den Zustand danach: Sie legen fest, wann der Browser eine bereits gespeicherte Kennung wieder herausgibt. Beide Ebenen greifen ineinander und werden trotzdem getrennt geprüft.

Secure: das Attribut gegen die Klartextzeile

RFC 6265 beschreibt Secure knapp: Das Attribut begrenzt den Geltungsbereich des Cookies auf gesicherte Kanäle, und der Browser hängt es nur an eine Anfrage an, die über einen gesicherten Kanal läuft - typischerweise HTTP über TLS (RFC 6265). Fehlt das Attribut, führt der Schwachstellenkatalog MITRE das als eigene Klasse: Das Secure-Attribut für schützenswerte Cookies in HTTPS-Sitzungen ist nicht gesetzt, CWE-614 (MITRE CWE).

Der häufigste Einwand lautet, die Seite laufe ohnehin vollständig über HTTPS. Das OWASP-Merkblatt zur Sitzungsverwaltung widerspricht dem ausdrücklich: Eine Anwendung auf HTTPS zu zwingen schützt die Sitzungskennung nicht, solange das Secure-Attribut fehlt - der Browser lässt sich dazu bringen, die Kennung über eine unverschlüsselte Verbindung preiszugeben (OWASP). Ein Angreifer im selben Netz schleust dazu einen Verweis auf http:// ein und liest die Kennung aus der Anfrage mit. Mit der angekündigten HTTPS-Warnung in Chrome ab Oktober 2026 wird dieser Umweg sichtbarer, verschwindet aber nicht.

Gesetzt wird das Attribut trotzdem selten: 24 Prozent der Erstanbieter-Cookies tragen es (HTTP Archive Web Almanac). Bei Drittanbieter-Cookies liegt der Wert nahe bei hundert Prozent, allerdings nicht aus Sorgfalt - wer SameSite=None setzen will, muss Secure mitliefern, sonst verwirft der Browser das Cookie (HTTP Archive Web Almanac).

HttpOnly: die Grenze zwischen Skript und Sitzung

HttpOnly begrenzt den Geltungsbereich des Cookies auf HTTP-Anfragen. Der Browser lässt es weg, wenn der Zugriff über eine Schnittstelle erfolgt, die keine HTTP-Anfrage ist - also insbesondere über die Schnittstelle, die Cookies an Skripte weiterreicht (RFC 6265). Praktisch heißt das: document.cookie sieht das Cookie nicht, ein eingeschleustes Skript kann die Sitzungskennung nicht auslesen und nicht an einen fremden Empfänger schicken. Der Schwachstellenkatalog führt das Fehlen als CWE-1004: Das Produkt speichert schützenswerte Information in einem Cookie, das nicht mit dem HttpOnly-Kennzeichen versehen ist (MITRE CWE).

Die Grenze hat einen klar benannten Rand. OWASP hält fest, dass HttpOnly allein die Vertraulichkeit des Cookies schützt: Ein Angreifer kann es außerhalb des Skriptkontextes nicht verwenden - aber die Anfragen, die ein eingeschleustes Skript im Browser des Opfers auslöst, tragen das Cookie weiterhin, weil der Browser die Cookies beim Senden von Anfragen mitschickt (OWASP). HttpOnly verhindert das Abfließen der Kennung, nicht ihre Verwendung im laufenden Browser. Deshalb bleibt eine strenge Content-Security-Policy daneben sinnvoll: Sie setzt eine Stufe früher an.

Verbreitet ist das Attribut noch seltener als Secure: 12 Prozent der Erstanbieter- und etwas mehr als 26 Prozent der Drittanbieter-Cookies tragen es (HTTP Archive Web Almanac). Dass Drittanbieter hier vorn liegen, sagt wenig über Sorgfalt aus - deren Cookies werden schlicht seltener von eigenem Seitenskript gelesen. Für die eigene Sitzungskennung ist HttpOnly nach der Einordnung von OWASP verbindlich (OWASP).

SameSite: was der Browser bei fremden Absendern tut

SameSite ist das jüngste der drei Attribute und das einzige, das nicht regelt, wer das Cookie lesen darf, sondern wann der Browser es überhaupt anhängt. Die Entwurfsfassung des Cookie-Standards beschreibt drei Werte (RFC 6265bis):

  • Strict - das Cookie wird nur bei Anfragen mitgeschickt, die von derselben Site ausgehen (RFC 6265bis). Ein Verweis aus einer fremden Domain führt in eine abgemeldete Ansicht.
  • Lax - das Cookie wird bei Anfragen derselben Site mitgeschickt und darüber hinaus bei Navigationen der obersten Ebene, die von einer fremden Site kommen (RFC 6265bis). Der Verweis aus einer Suchmaschine landet in einer angemeldeten Ansicht, ein eingebettetes Formular einer fremden Domain bekommt das Cookie nicht.
  • None - das Cookie wird bei Anfragen derselben und fremder Sites mitgeschickt (RFC 6265bis). Dieser Wert setzt Secure voraus; ohne verschlüsselte Verbindung verwirft der Browser das Cookie.
  • Steht ein anderer Wert in der Zeile, behandelt der Browser ihn wie Lax (RFC 6265bis). Ein Tippfehler im Attribut fällt deshalb nicht als Fehler auf, sondern still als Wechsel der Regel.

Der Fall ohne Angabe verhält sich in verbreiteten Browsern ebenfalls wie Lax, aber in einer nachgiebigeren Variante: Cookies werden dabei auch bei POST-Anfragen mitgeschickt, solange sie nicht mehr als zwei Minuten vor der Anfrage gesetzt wurden (MDN). Wer sich auf den Vorgabewert verlässt, verlässt sich damit auf eine Variante, die je nach Browser und Version abweicht. OWASP rät dazu, den Wert für Sitzungscookies ausdrücklich zu setzen und sich nicht auf die Vorgabe des Browsers zu verlassen (OWASP).

Die Verbreitung ist entsprechend schief. Im Desktop-Lauf tragen 3 Prozent der Erstanbieter-Cookies SameSite=Strict, 19 Prozent Lax, 11 Prozent None und 66 Prozent gar keinen Wert (HTTP Archive Web Almanac). Bei Drittanbieter-Cookies liegt None bei nahezu hundert Prozent, weil sie sonst im fremden Kontext nicht mitgeschickt würden (HTTP Archive Web Almanac). Der Schwachstellenkatalog führt das fehlende oder unsicher gesetzte Attribut als CWE-1275 und nennt als Folge Cross-Site-Request-Forgery, wenn keine weitere Absicherung greift (MITRE CWE). Wer schon einmal einen Fehler in der Freigabe fremder Herkünfte gesucht hat, kennt die Nachbarschaft der Fragestellung.

AttributVerhindertVerhindert nichtErstanbieter-Cookies mit dem Attribut
SecureÜbertragung der Kennung über eine unverschlüsselte VerbindungAuslesen durch Skripte, Mitsenden an fremde Absender24 Prozent (HTTP Archive Web Almanac)
HttpOnlyAuslesen der Kennung durch SeitenskripteMitsenden bei Anfragen, die ein Skript im Browser des Opfers auslöst12 Prozent (HTTP Archive Web Almanac)
SameSite=StrictMitsenden bei Anfragen, die von einer fremden Site ausgehenAuslesen durch Skripte, Übertragung im Klartext3 Prozent (HTTP Archive Web Almanac)
Alle drei zusammendie drei oben genannten Wege je einzelnein schwaches Sitzungsgeheimnis, eine fehlende Abmeldung, einen übernommenen Endpunktnicht getrennt erhoben

Die Tabelle macht die Arbeitsteilung sichtbar: Kein Attribut ersetzt ein anderes. OWASP formuliert das für SameSite besonders deutlich - es ist eine Verteidigung in der Tiefe gegen Cross-Site-Request-Forgery und kein Ersatz für ein Token (OWASP). Und weil Browser die Vorgabewerte im Lauf der Jahre mehrfach verschoben haben, gehört der Zustand in eine Prüfung, die mit jedem Release mitläuft - der kürzere Takt der Chrome-Auslieferung ab 2026 verkürzt das Fenster dafür weiter.

Der Nachfolger des Standards steht noch im Entwurf

Ein Detail, das in Prüfberichten selten auftaucht: SameSite ist in keinem veröffentlichten RFC beschrieben. RFC 6265 stammt vom April 2011 und definiert von den drei Attributen nur Secure und HttpOnly (RFC 6265). Alles Weitere - SameSite, die Namenspräfixe, das Verhalten bei unbekannten Werten - steht in draft-ietf-httpbis-rfc6265bis, zuletzt in der Fassung 22 vom 1. Dezember 2025 (IETF). Das Dokument liegt in der Warteschlange des RFC-Editors und soll RFC 6265 ablösen, sobald es angenommen wird (IETF).

Für die Praxis folgt daraus zweierlei. Erstens ist der belastbare Bezugspunkt das Verhalten der ausgelieferten Browser und nicht ein abgeschlossenes Dokument: Änderungen an Vorgabewerten kommen über Browser-Releases, nicht über eine neue Fassung des Standards. Zweitens gehört die Formulierung im eigenen Sicherheitskonzept dazu. Wer SameSite als Anforderung schreibt, verweist sauber auf die Entwurfsfassung und nicht auf RFC 6265, in dem das Attribut nicht vorkommt.

Namenspräfixe binden das Cookie an seine Eigenschaften

Ein gesetztes Attribut sagt nichts darüber aus, ob es gesetzt bleibt. Eine Subdomain kann ein gleichnamiges Cookie überschreiben, und ein Angreifer mit Zugriff auf einen ungesicherten Kanal kann ein Secure-Cookie zwar nicht lesen, aber überschreiben - RFC 6265 nennt diese Einschränkung im Abschnitt zu Secure selbst und hält fest, dass das Attribut die Vertraulichkeit schützt und nicht die Unversehrtheit (RFC 6265). Die Namenspräfixe schließen genau diese Lücke, indem der Browser die Eigenschaften am Namen erzwingt.

set-cookie-sitzung.txt
Set-Cookie: __Host-SessionID=<wert>; Secure; HttpOnly; SameSite=Strict; Path=/

__Host-    erzwingt Secure, Path=/ und das Fehlen eines Domain-Attributs
__Secure-  erzwingt Secure

Beginnt der Name mit __Secure-, akzeptiert ein regelkonformer Browser das Cookie nur, wenn es das Secure-Attribut trägt. Beginnt er mit __Host-, müssen zusätzlich Path=/ gesetzt und das Domain-Attribut weggelassen sein - das Cookie ist damit an genau einen Host gebunden und wandert nicht über Subdomains (RFC 6265bis). OWASP empfiehlt __Host- ausdrücklich für Sitzungskennungen (OWASP). Wie die ausgelieferte Antwort im Ganzen aussieht, zeigt das Header-Werkzeug für einzelne Adressen.

Secure erzwingen statt hoffen

Der Präfix __Secure- macht das Attribut zur Bedingung: Fehlt es, verwirft der Browser das Cookie, statt es unbemerkt ohne Schutz zu speichern (RFC 6265bis).

Host-Bindung gegen Subdomains

__Host- verlangt darüber hinaus Path=/ und verbietet das Domain-Attribut. Damit kann eine übernommene Subdomain das Sitzungscookie nicht überschreiben (RFC 6265bis).

Genug Zufall in der Kennung

OWASP nennt als Untergrenze 64 Bit Entropie, in hexadezimaler Schreibweise also mindestens 16 Zeichen (OWASP). Kürzere Kennungen lassen sich mit vertretbarem Aufwand durchprobieren.

Kaum verbreitet, sofort verwendbar

Die Präfixe sind seit ihrer Einführung vor rund zehn Jahren kaum in Gebrauch, obwohl sie ohne Umbau am Anwendungscode auskommen (HTTP Archive Web Almanac).

Wo die Attribute im Betrieb verloren gehen

Cookie-Attribute sind kein Zustand, den man einmal herstellt. Sie entstehen an verschiedenen Stellen der Auslieferung, und jede dieser Stellen kann sie wieder entfernen, ohne dass dabei ein Fehler entsteht. Sechs Muster tauchen dabei besonders oft auf.

  • Vorgaben des Anwendungsrahmens: Viele Rahmenwerke setzen Secure nur, wenn sie die Anfrage selbst als gesichert erkennen. Hinter einem Umkehrproxy, der TLS beendet, sehen sie eine Klartextanfrage und lassen das Attribut weg.
  • Umschreibende Zwischenschichten: Ein Proxy oder eine Auslieferungsschicht darf Set-Cookie verändern. Was die Anwendung sendet, ist nicht zwingend das, was im Browser ankommt.
  • Anmeldung über eine ungesicherte Antwort: Wird die Sitzung schon in der Antwort auf die Anfrage über http gesetzt und erst danach umgeleitet, ist die Kennung bereits einmal im Klartext gelaufen.
  • Zweitanwendungen auf Subdomains: Ein Hilfeportal, ein Buchungsmodul oder eine Vorschauumgebung setzt eigene Cookies mit eigenen Vorgaben. Ohne __Host- teilen sie sich den Namensraum mit der Hauptanwendung.
  • Abweichende Umgebungen: Die Abnahmeumgebung läuft ohne Zertifikat, das Attribut wird dort abgeschaltet, und die Abschaltung wandert mit der Konfiguration in die Auslieferung.
  • Wechsel eines Vorgabewerts: Ändert ein Browser sein Verhalten bei fehlendem SameSite, ändert sich das Verhalten der eigenen Anwendung, ohne dass jemand etwas ausgeliefert hat.

Allen sechs Fällen ist gemeinsam, dass sie in der Anwendung selbst nicht auffallen. Der Anmeldevorgang funktioniert weiter, die Seite lädt, kein Protokoll meldet etwas. Sichtbar werden sie erst, wenn jemand die ausgelieferte Antwort ansieht - so, wie eine Prüfung des Anmeldewegs und des Bestellabschlusses den Weg selbst betrachtet und nicht nur die Startseite.

Der Ampelpunkt ist ein Zeitpunkt, kein Zustand

Ein bestandener Cookie-Check sagt aus, dass die Attribute in dem Moment gesetzt waren, in dem gemessen wurde. Nach einer Änderung an der Auslieferungsschicht, einem Wechsel des Zertifikats oder einer neuen Anwendungsversion kann derselbe Punkt am nächsten Tag anders stehen, ohne dass jemand ihn erneut ansieht. Dasselbe Muster zeigt sich bei Versionsangaben in Server-Headern: einmal entfernt heißt nicht dauerhaft entfernt.

Einwilligung ist eine andere Frage

Sicherheitsattribute und Einwilligung werden regelmäßig vermischt, obwohl sie verschiedene Fragen beantworten. Nach Paragraf 25 Absatz 1 TDDDG ist die Speicherung von Informationen in der Endeinrichtung des Endnutzers nur mit dessen Einwilligung zulässig (TDDDG). Absatz 2 Nummer 2 nimmt davon aus, was unbedingt erforderlich ist, damit der Anbieter eines digitalen Dienstes einen vom Nutzer ausdrücklich gewünschten digitalen Dienst zur Verfügung stellen kann (TDDDG). Ein Cookie, das die Anmeldung trägt, fällt in der Regel darunter. Was der Entwurf zur Cookie-Banner-Reform 2026 daran ändern will, betrifft die Einholung der Einwilligung und nicht die Absicherung der Sitzung.

Die Attribute selbst sind keine Rechtsgrundlage und ersetzen keine. Sie senken das Risiko, dass eine ohnehin zulässige Kennung in fremde Hände gerät. Umgekehrt macht eine erteilte Einwilligung ein Cookie ohne Secure nicht sicherer. Wer beide Ebenen sauber trennt, kommt bei der Umsetzung der Einwilligung zu einer kürzeren Liste einwilligungspflichtiger Cookies und zu einer klareren Begründung für den Rest.

Cookie-Attribute laufend prüfen

Der Zustand lässt sich ohne großen Aufwand messen: Jede Antwort, die eine Sitzung eröffnet, trägt die Attribute in der Zeile Set-Cookie. Der Sicherheitsscan liest sie je Cookie einzeln aus - Name, Secure, HttpOnly und der SameSite-Wert stehen getrennt im Ergebnis, statt in einem einzelnen Ampelpunkt zusammenzufallen. Sieben Schritte machen daraus eine belastbare Routine.

  1. Alle Sitzungscookies auflisten: Nicht nur das der Hauptanwendung. Zweitanwendungen, Vorschauumgebungen und Subdomains setzen eigene Kennungen mit eigenen Vorgaben.
  2. Je Cookie die drei Attribute festhalten: Secure, HttpOnly und der SameSite-Wert gehören einzeln in die Liste, nicht als gemeinsames Urteil.
  3. Den Wert für SameSite bewusst wählen: Strict für Kennungen, die Rechte tragen, Lax dort, wo ein Verweis von außen in einer angemeldeten Ansicht landen soll. None ist eine Entscheidung mit Begründung und kein Vorgabewert.
  4. Ein Token gegen Cross-Site-Request-Forgery beibehalten: SameSite wirkt daneben und nicht anstelle (OWASP).
  5. Namenspräfixe einführen, wo es ohne Umbau geht: __Host- für Sitzungskennungen, __Secure- dort, wo Subdomains das Cookie brauchen (RFC 6265bis).
  6. Die Auslieferungskette einbeziehen: Gemessen wird die Antwort, die im Browser ankommt, nicht die, die die Anwendung erzeugt.
  7. Änderungen melden lassen: Ein verschwundenes Attribut ist ein Ereignis und kein Zustand - es gehört gemeldet, wenn es verschwindet, und nicht erst im nächsten Bericht.

Der letzte Punkt macht in der Praxis den Unterschied. Ein monatlicher Bericht findet ein fehlendes HttpOnly bis zu vier Wochen nach der Änderung. Eine Benachrichtigung über den gewünschten Kanal findet es am Tag der Auslieferung.

Für einen ersten Blick ohne Konto genügt der Cookie-Scan für eine einzelne Adresse. Er zeigt, welche Cookies vor einer Einwilligung gesetzt werden und welche Attribute daran hängen - und damit auch, welche der drei Fragen aus diesem Beitrag bei Ihnen offen ist. Wer wissen möchte, welche Seiten überhaupt in der Messung stecken, findet den Weg dorthin im Beitrag zur Abdeckung des eigenen Seitenbestands.

Quellen und Studien

Dieser Artikel basiert auf Daten vom HTTP Archive Web Almanac, aus RFC 6265, aus der Entwurfsfassung draft-ietf-httpbis-rfc6265bis und aus dem OWASP-Merkblatt zur Sitzungsverwaltung. Ergänzend herangezogen wurden der Schwachstellenkatalog MITRE CWE, die Referenz zum Set-Cookie-Header bei MDN, der Datatracker der IETF und Paragraf 25 TDDDG. Die genannten Zahlen beziehen sich auf den Stand der jeweiligen Veröffentlichung.

Welche drei Attribute braucht ein Sitzungscookie mindestens?
Secure, HttpOnly und ein bewusst gesetzter SameSite-Wert. Secure verhindert, dass die Kennung über eine ungesicherte Verbindung nach draußen geht (RFC 6265). HttpOnly hält sie von document.cookie fern, sodass ein eingeschleustes Skript sie nicht auslesen kann (RFC 6265). SameSite steuert, ob der Browser das Cookie bei Anfragen von fremden Sites anhängt (RFC 6265bis). OWASP bezeichnet die ersten beiden für Sitzungskennungen als verbindlich (OWASP).
Reicht HTTPS auf der ganzen Seite, oder braucht es Secure trotzdem?
Es braucht das Attribut trotzdem. Nach der Darstellung von OWASP schützt es die Sitzungskennung nicht, eine Anwendung auf HTTPS zu zwingen, solange Secure fehlt - der Browser lässt sich dazu bringen, die Kennung über eine unverschlüsselte Verbindung preiszugeben (OWASP). In der Praxis reicht dafür ein eingeschleuster Verweis auf http:// im selben Netz.
Was ist der Unterschied zwischen SameSite=Lax und SameSite=Strict?
Strict schickt das Cookie nur bei Anfragen mit, die von derselben Site ausgehen. Lax schickt es darüber hinaus bei Navigationen der obersten Ebene mit, die von einer fremden Site kommen (RFC 6265bis). Der Unterschied wird beim Verweis aus einer Suchmaschine sichtbar: Mit Lax landet der Besucher in einer angemeldeten Ansicht, mit Strict in einer abgemeldeten. Für Kennungen, die Rechte tragen, ist Strict die engere und damit sicherere Wahl.
Ersetzt SameSite ein Token gegen Cross-Site-Request-Forgery?
Nein. OWASP ordnet SameSite als Verteidigung in der Tiefe gegen Cross-Site-Request-Forgery ein und ausdrücklich nicht als Ersatz für ein Token (OWASP). Dafür gibt es zwei Gründe: Der Vorgabewert unterscheidet sich zwischen Browsern und Versionen, und Lax lässt bestimmte Aufrufe von außen weiterhin durch.
Was bringen die Namenspräfixe __Host- und __Secure-?
Sie machen aus einer Empfehlung eine Bedingung. Beginnt der Cookie-Name mit __Secure-, akzeptiert ein regelkonformer Browser ihn nur mit gesetztem Secure-Attribut. Bei __Host- kommen Path=/ und das Fehlen eines Domain-Attributs hinzu, sodass das Cookie an genau einen Host gebunden bleibt (RFC 6265bis). OWASP empfiehlt __Host- für Sitzungskennungen (OWASP). Verbreitet sind die Präfixe seit ihrer Einführung vor rund zehn Jahren kaum (HTTP Archive Web Almanac).
Brauchen Sitzungscookies eine Einwilligung?
Ein Cookie, das eine angemeldete Sitzung trägt, ist in der Regel unbedingt erforderlich, damit der Anbieter den ausdrücklich gewünschten digitalen Dienst zur Verfügung stellen kann, und fällt damit unter die Ausnahme in Paragraf 25 Absatz 2 Nummer 2 TDDDG (TDDDG). Das entbindet nicht von der Absicherung: Secure, HttpOnly und SameSite sind eine technische Frage und von der Einwilligungsfrage unabhängig.

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