Zum Inhalt springen
DSGVO-konform. Gehostet in DE.
14 Tage kostenlos testen →
Übergänge statt SeitenlistenCookiefreie MessungHosting in Deutschland
Analytics 16 Min. Lesezeit 31. Aug. 2026

Nutzerpfade auswerten: Wo Besucher die Spur verlassen

Nutzerpfade auswerten heißt Übergänge messen: welche Kante zwischen zwei Seiten Besucher verliert, warum Referrer und Soft-Navigation die Kette zerreißen.

X

XICTRAQ Team

XICTRAQ

NutzerpfadeSeitenübergängeCookiefreie Analytics
10-20 Sek.
typische Verweildauer, bevor Besucher eine Seite verlassen (Nielsen Norman Group 2011)
70,22 %
dokumentierte Kaufabbruchquote im Warenkorb, gemittelt über 50 Studien (Baymard Institute)
41 Verweise
Median an internen Verweisen je Seite über alle untersuchten Seiten (HTTP Archive Web Almanac)
Nutzerpfade: wo die Spur abreißtÜbergänge zwischen zwei Seiten statt Kennzahlen je SeiteBandbreite = Anteil der ÜbergängeEinstiegZwischenschrittAbschlussStartseitedirekter AufrufKampagnenseiteAnzeige oder NewsletterSuchergebnisorganische SucheProduktseiteDetail, Preis, BilderFormularvier SchritteBestätigungZiel des PfadesAusstieg ohne FolgeseiteDie schwächste Kante ist der Übergang vom Formular zur Bestätigung - dort setzt die Auswertung an.Besucher verlassen eine Seite typischerweise nach 10 bis 20 Sekunden (Nielsen Norman Group 2011)
Nutzerpfade beantworten eine Frage, an der Seitenlisten vorbeigehen: nicht welche Seite oft aufgerufen wurde, sondern welcher Schritt zwischen zwei Seiten Besucher verliert. Die meisten Auswertungen bleiben bei der einzelnen Seite stehen - Aufrufe, Verweildauer, Ausstiegsrate. Wo ein Weg tatsächlich abreißt, steht aber auf der Kante zwischen zwei Seiten und auf keiner der beiden. Der Zeitdruck dabei ist erheblich: Besucher verlassen Seiten typischerweise nach 10 bis 20 Sekunden (Nielsen Norman Group 2011), und schon die ersten zehn Sekunden entscheiden über Bleiben oder Gehen (Nielsen Norman Group 2011). Was ein einzelner schwacher Übergang kostet, zeigt der Handel: Die über 50 Einzelstudien gemittelte dokumentierte Abbruchquote im Warenkorb liegt bei 70,22 Prozent (Baymard Institute). Dieser Beitrag zeigt, wie ein Übergang technisch entsteht, warum Referrer-Richtlinien und Soft-Navigationen die Kette zerreißen, an welchen sechs Mustern Pfade reißen und wie sich all das ohne einwilligungspflichtigen Zugriff auf das Endgerät messen lässt.

Pfad statt Seitenliste: die Kante ist die Messgröße

Ein Nutzerpfad ist die geordnete Folge der Seiten, die eine Sitzung berührt hat: Einstieg, Zwischenschritte, letzter Aufruf. Interessant ist daran selten die Folge als Ganzes - interessant sind die Übergänge zwischen je zwei Seiten. Jeder Übergang ist eine Kante mit drei Eigenschaften: Von welcher Seite kommt er, auf welche Seite führt er, und wie viele Sitzungen nehmen ihn. Legt man alle Kanten einer Woche nebeneinander, entsteht eine Übergangsmatrix - eine Tabelle, in der jede Zeile eine Ausgangsseite und jede Spalte eine Zielseite ist, und in deren Zellen die Anzahl der Wechsel steht. In dieser Tabelle steht die Antwort auf die Frage, an welcher Stelle ein Weg endet, der eigentlich weitergehen sollte.

Die verbreiteten Kennzahlen bleiben eine Ebene darüber. Seitenaufrufe zählen Besuche, die Ausstiegsrate zählt, wie oft eine Seite die letzte einer Sitzung war, die Absprungrate zählt Sitzungen mit genau einem Aufruf. Alle drei sind Eigenschaften einer einzelnen Seite. Sie beantworten die Frage nach dem Wo, aber nicht die Frage nach dem Wohin - und ohne das Wohin bleibt jede Maßnahme Raterei. Eine Produktseite mit hoher Ausstiegsrate kann eine schwache Seite sein. Sie kann aber genauso eine gute Seite sein, deren einziger Weiterführungspunkt seit dem letzten Umbau hinter einer Aufklappfläche liegt. Beide Fälle erzeugen dieselbe Kennzahl und verlangen entgegengesetzte Eingriffe.

Welche Kanten überhaupt entstehen können, entscheidet die interne Verlinkung. Der HTTP Archive Web Almanac zählt für 2024 im Median 41 interne Verweise je Seite über alle untersuchten Seiten hinweg (HTTP Archive Web Almanac); bei den tausend meistbesuchten Sites sind es 129 interne Verweise (HTTP Archive Web Almanac). Das klingt nach reichlich Auswahl, verteilt sich aber sehr ungleich: Ein großer Teil entfällt auf Navigation und Fußbereich, die auf jeder Seite gleich aussehen und deshalb kaum Wege unterscheiden. Die inhaltlich gemeinten Verweise, die einen Pfad tragen, sind deutlich seltener - und eine Seite ohne eingehenden Verweis kann in keinem Pfad auftauchen. Wie sich solche verwaisten Seiten aufspüren lassen, behandelt ein eigener Beitrag.

Die Kante trägt die Information, nicht die Seite

Eine Seite mit 4.000 Aufrufen und 62 Prozent Ausstiegsrate sagt für sich genommen wenig. Die Aussage entsteht erst, wenn danebensteht, wohin die übrigen 38 Prozent gegangen sind und ob sich diese Verteilung seit dem letzten Umbau verschoben hat. Halten Sie deshalb je Seite die drei häufigsten Folgeseiten mit ihrem Anteil fest. Verschiebt sich diese Reihenfolge, ohne dass der Verkehr insgesamt sinkt, liegt die Ursache in aller Regel an der Seite selbst und nicht an der Quelle des Verkehrs.

Ein- und Ausstiegsseiten erzählen nur die halbe Geschichte

Ein- und Ausstiegsseiten stehen in fast jeder Auswertung. Die Einstiegsseite ist die erste Seite einer Sitzung, die Ausstiegsseite die letzte. Beide Listen sind nützlich, und beide sind unvollständig, weil sie die Richtung unterschlagen. Aus dem Satz „Seite X war 1.200-mal die letzte Seite“ folgt weder, von wo aus Besucher auf X kamen, noch, ob X das erwartete Ende eines Pfades ist. Bei einer Bestätigungsseite ist ein hoher Ausstieg das gewünschte Ergebnis. Bei einer Preisseite ist derselbe Wert ein Befund. Die Kennzahl unterscheidet die beiden Fälle nicht, der Pfad schon.

Dazu kommt eine Messeigenschaft, die häufig übersehen wird: Die letzte Seite einer Sitzung ist auch die Seite, für die keine Verweildauer entsteht. Wer die Zeit auf einer Seite aus dem Abstand zum nächsten Aufruf berechnet, hat beim letzten Aufruf keinen nächsten - die Dauer ist null oder fehlt ganz. Ausstiegsseiten ziehen die durchschnittliche Verweildauer damit systematisch nach unten, ohne dass sich das Verhalten der Besucher geändert hätte. Wer diesen Effekt nicht kennt, überarbeitet Seiten, die keinen Fehler haben. Die Verweildauer bleibt ohnehin eine grobe Größe: Der durchschnittliche Seitenbesuch dauert etwas weniger als eine Minute (Nielsen Norman Group 2011).

KennzahlWas sie beantwortetWas sie offenlässt
SeitenaufrufeWie oft eine Seite gesehen wurdeAus welcher Richtung und mit welchem Anschluss
AbsprungrateAnteil der Sitzungen mit genau einem AufrufOb der Besuch sein Ziel bereits erreicht hatte
AusstiegsrateWie oft eine Seite die letzte einer Sitzung warWohin die übrigen Sitzungen weitergegangen sind
EinstiegsseitenWo Sitzungen beginnenWelcher zweite Schritt daraus folgt
VerweildauerWie lange eine Seite offen warBeim letzten Aufruf einer Sitzung praktisch nichts
Übergangsanteil je KanteWelcher Anteil von A nach B weitergehtDie Gründe - dafür braucht es Inhalt und Technik

Die letzte Zeile ist der eigentliche Punkt. Sobald der Übergangsanteil je Kante vorliegt, wird aus einer Liste eine Landkarte: Man sieht nicht nur, dass eine Seite verliert, sondern welcher Weg von ihr weg noch benutzt wird und welcher eingeschlafen ist. Für die Suche auf der eigenen Website gilt dasselbe in kleinerem Maßstab - die Suchanfrage ist ein Zwischenschritt mit eigener Erfolgsquote, wie der Beitrag zur Auswertung der internen Suche zeigt.

Wie ein Übergang technisch überhaupt entsteht

Ein Übergang ist kein Datenfeld, das der Browser mitschickt. Er wird rekonstruiert, und zwar aus drei Bausteinen: einer Sitzungszuordnung, der Reihenfolge der Ereignisse und der Herkunftsangabe. Fehlt einer davon, entsteht eine Lücke - und eine Lücke sieht in der Auswertung genauso aus wie ein Abbruch. Darin liegt der wichtigste Unterschied zwischen Seitenzählung und Pfadauswertung: Die Zählung verträgt Lücken, weil sie jeden Aufruf einzeln behandelt. Die Pfadauswertung verträgt sie nicht, weil jede Lücke eine Kante erfindet oder eine echte Kante verschwinden lässt.

Die Herkunftsangabe kommt üblicherweise aus dem Referer-Kopf oder aus document.referrer. Wie viel davon übrig bleibt, bestimmt die Referrer-Richtlinie. Chrome hat seinen Standardwert mit Version 85 von no-referrer-when-downgrade auf strict-origin-when-cross-origin umgestellt (Chrome for Developers). Die Spezifikation beschreibt für diese Richtlinie, dass bei Anfragen innerhalb desselben Ursprungs die vollständige Adresse als Herkunft übergeben wird, bei Anfragen an einen fremden Ursprung dagegen nur dessen Serialisierung - also Schema, Host und Port ohne Pfad (W3C). Für die eigene Website heißt das: Interne Übergänge behalten den Pfad und bleiben auswertbar, Übergänge von außen liefern nur noch die Domäne.

Herkunft aus dem Kopfsatz

Der Referer-Kopf nennt die Seite, von der die Anfrage ausging. Er ist die günstigste Quelle für eine Kante, weil er ohne Skript entsteht. Er fehlt aber bei Direkteinstiegen, bei einem Wechsel von HTTPS auf HTTP und überall dort, wo eine Richtlinie ihn unterdrückt.

Herkunft aus dem Dokument

document.referrer liefert denselben Wert im Skriptkontext und lässt sich zusammen mit dem Ereignis übertragen. Bei einem Verweis mit rel="noreferrer" bleibt das Feld leer, ebenso nach einer Weiterleitung, die den Ursprung wechselt.

Übergang ohne neue Anfrage

Bei einer Anwendung, die die Adresse per history.pushState wechselt, entsteht kein neues Dokument. Weder Kopfsatz noch document.referrer ändern sich. Diese Übergänge existieren nur, wenn die Anwendung sie selbst meldet.

Einstieg ohne jede Herkunft

Direktaufrufe, gespeicherte Lesezeichen, Verweise aus Anwendungen und Nachrichtendiensten kommen ohne Herkunft an. Sie sind der Anfang eines Pfades, nicht sein Abbruch - und gehören deshalb als eigene Kategorie geführt, nicht unter „direkt“ verbucht.

Der dritte Baustein ist die Sitzungszuordnung. Klassisch übernimmt das eine Kennung im Endgerät, die über mehrere Aufrufe hinweg gleich bleibt. Genau diese Kennung löst allerdings die Einwilligungspflicht aus, um die es weiter unten geht. Ohne sie muss die Zuordnung aus flüchtigen Merkmalen und einem Zeitfenster gebildet werden, wie es der Beitrag zum Messen ohne Cookies beschreibt. Für eine Pfadauswertung reicht das aus, weil sie Reihenfolgen innerhalb eines Besuchs braucht und keine Wiedererkennung über Wochen.

Eine strengere Richtlinie zerschneidet die eigene Kette

Wer Referrer-Policy: no-referrer global setzt, unterbindet die Herkunftsangabe auch für die eigenen internen Übergänge - die Pfadauswertung liefert danach nur noch unverbundene Aufrufe. strict-origin-when-cross-origin löst dasselbe Datenschutzanliegen und lässt den internen Pfad intakt, weil der vollständige Pfad ausschließlich innerhalb des eigenen Ursprungs übergeben wird (W3C). Prüfen Sie den gesetzten Wert im Antwortkopf, bevor Sie eine plötzlich leere Kantenliste für ein Verhaltensproblem halten.

Soft-Navigation: der Übergang, der keine Anfrage auslöst

In einer Anwendung, die Inhalte im Browser austauscht statt neue Dokumente zu laden, entsteht bei einem Wechsel kein Serveraufruf, kein neuer Kopfsatz und kein neuer Eintrag in der Navigationszeitmessung. Für den Besucher ist das ein Seitenwechsel, für die Messung zunächst gar nichts. Wird das nicht ausgeglichen, sieht die Auswertung eine Sitzung mit einem einzigen Aufruf und einer langen Verweildauer - und damit einen Pfad der Länge eins, obwohl der Besucher sechs Ansichten durchlaufen hat. Wie sich solche Wechsel überhaupt erkennen lassen und was das für die Ladekennzahlen bedeutet, behandelt der Beitrag zu Core Web Vitals bei Soft-Navigation.

Der umgekehrte Fehler ist genauso häufig: Aufrufe, die niemand gesehen hat, landen als Kante in der Matrix. Vorabgeladene Seiten erzeugen einen vollständigen Abruf, bevor überhaupt jemand geklickt hat; wie sich das sauber trennen lässt, zeigt der Beitrag zu Spekulationsregeln und Vorabladen. Automatisierte Zugriffe verhalten sich ähnlich, folgen aber einem anderen Muster: Sie laufen Verweise der Reihe nach ab und erzeugen dadurch Kanten, die kein Mensch genommen hätte. Ohne die Trennung, die der Beitrag zum Filtern von Bot-Verkehr beschreibt, ist die häufigste Kante der Matrix oft schlicht die Reihenfolge des Menüs.

Sechs Muster, an denen Pfade reißen

Wenn eine Kante über mehrere Wochen deutlich verliert, steckt selten ein neues Besucherverhalten dahinter. In der Praxis fallen die Ursachen in wenige Muster, die sich am Übergang selbst ablesen lassen - und die sich in ganz unterschiedlichen Zeiträumen bemerkbar machen.

  1. Der abgeschnittene Anschluss: Der Verweis, der die Kante getragen hat, ist verschwunden oder hinter eine Aufklappfläche gerutscht. Typisch nach einem Umbau der Navigation oder nach einer Umstellung auf schmale Ansichten, bei der Zusatzverweise ausgeblendet wurden. Erkennbar daran, dass die Kante abrupt und nicht allmählich verliert.
  2. Die Umleitungskette: Zwischen zwei Seiten liegen inzwischen zwei oder drei Weiterleitungen. Der Übergang funktioniert weiter, kostet aber Zeit, und je nach Art der Weiterleitung geht die Herkunftsangabe verloren. In der Matrix erscheint dann eine Kante mit unbekanntem Ausgangspunkt. Der Beitrag zu Weiterleitungsketten beschreibt, wie sich das messen lässt.
  3. Der stille Fehlercode: Die Zielseite antwortet mit Status 200 und zeigt eine Fehlermeldung. Für die Messung ist der Übergang erfolgt, für den Besucher endet der Weg. Solche Fälle fallen nur auf, wenn Statuscode und Inhalt gemeinsam geprüft werden, wie es der Beitrag zu unechten 404-Seiten zeigt.
  4. Der Sprung über eine Ebene: Ein Menü führt direkt auf die tiefste Ebene und überspringt die Übersichtsseite. Deren Aufrufe brechen ein, obwohl sie inhaltlich unverändert ist. Das ist kein Defekt, verlangt aber eine Entscheidung: Entweder die Ebene wird aufgegeben oder sie bekommt eine eigene Aufgabe im Pfad.
  5. Der Bruch an der Ursprungsgrenze: Der Weg wechselt auf eine andere Subdomäne, in einen Buchungsbereich oder zu einem Zahlungsschritt. Ohne gemeinsame Messung beginnt dort eine neue Sitzung, und die alte endet als Ausstieg. Der scheinbare Verlust ist ein Messartefakt - er sieht aber genauso aus wie ein echter.
  6. Der Abbruch im Formular: Der Übergang scheitert nicht zwischen zwei Seiten, sondern innerhalb einer. Ein Pflichtfeld, eine unklare Fehlermeldung oder ein zusätzlicher Schritt genügen. Welche Felder das sind, zeigt erst eine Auswertung auf Feldebene, wie sie der Beitrag zu Formularabbrüchen beschreibt.

Für die Reihenfolge der Arbeit zählt nicht der prozentuale Einbruch, sondern der absolute Verlust. Eine Kante, die von 8 auf 4 Prozent fällt, hat sich halbiert und kostet bei 200 Sitzungen acht Besucher. Eine Kante, die von 61 auf 54 Prozent fällt, wirkt harmlos und kostet bei 9.000 Sitzungen über sechshundert. Sortieren Sie Ihre Kantenliste deshalb nach verlorenen Sitzungen und erst danach nach dem Anteil.

Abbruch ist nicht gleich Abbruch

Nicht jeder Ausstieg ist ein Defekt, und an diesem Satz scheitern die meisten Pfadauswertungen. Das Baymard Institute hat die Gründe für Kaufabbrüche erhoben und fand, dass 42 Prozent der befragten US-amerikanischen Onlinekäufer einen Warenkorb verlassen haben, weil sie sich lediglich umgesehen und noch keine Kaufabsicht hatten (Baymard Institute). Dieser Anteil lässt sich durch keinen Umbau abstellen; er gehört zum Verhalten beim Vergleichen und Vormerken. Rechnet man ihn heraus, bleibt eine deutlich kleinere Menge übrig - und genau diese Menge ist überhaupt adressierbar. Wer sie nicht abgrenzt, arbeitet sich an einer Zahl ab, die zu großen Teilen unbeeinflussbar ist.

Innerhalb der adressierbaren Menge steht ein Grund, der eine reine Pfadfrage ist: 17 Prozent der befragten US-amerikanischen Onlinekäufer haben einen Kauf abgebrochen, weil der Bestellvorgang zu lang oder zu kompliziert war (Baymard Institute). Das ist kein Inhalts- und kein Preisproblem, sondern ein Problem der Schrittfolge - also genau das, was eine Übergangsmatrix sichtbar macht. Zur Einordnung: Die aus 50 Einzelstudien gemittelte dokumentierte Abbruchquote im Warenkorb liegt bei 70,22 Prozent (Baymard Institute), und ein Teil davon ist eine Frage der Wegführung, nicht des Angebots.

Zwei Zahlen je Kante, nicht eine

Führen Sie zu jedem beobachteten Übergang zwei Werte: den Anteil der Sitzungen, die ihn nehmen, und die absolute Zahl der Sitzungen, die ihn nicht nehmen, obwohl sie auf der Ausgangsseite waren. Der Anteil zeigt, ob sich etwas verändert hat. Die absolute Zahl zeigt, ob sich die Arbeit lohnt. Erst beide zusammen ergeben eine Reihenfolge, die sich gegenüber der Geschäftsführung begründen lässt - und sie überstehen im Gegensatz zu einer reinen Ausstiegsrate auch einen Vergleich mit dem Vormonat.

Pfade auswerten, ohne Einwilligung einzuholen

Eine Pfadauswertung braucht eine Sitzungszuordnung, und genau dort beginnt die rechtliche Frage. § 25 Absatz 1 TDDDG lässt die Speicherung von Informationen in der Endeinrichtung des Endnutzers und den Zugriff auf bereits dort gespeicherte Informationen nur zu, wenn der Endnutzer auf Grundlage klarer und umfassender Informationen eingewilligt hat (TDDDG). Der Wortlaut erfasst nicht nur Cookies: Jede Speicherung und jeder Zugriff fällt darunter, also auch ein Eintrag im lokalen Speicher des Browsers oder in der Sitzungsablage. Für eine Kennung, die einen Pfad über mehrere Aufrufe zusammenhält, ist das die entscheidende Hürde.

Absatz 2 Nummer 2 nimmt davon aus, was unbedingt erforderlich ist, damit der Anbieter eines digitalen Dienstes einen vom Nutzer ausdrücklich gewünschten digitalen Dienst zur Verfügung stellen kann (TDDDG). Reine Reichweitenmessung wird davon nach vorherrschender Auslegung nicht gedeckt. Der praktikable Weg ist deshalb nicht die Einwilligung, sondern der Verzicht auf den Zugriff: Findet keine Speicherung und kein Auslesen im Endgerät statt, greift § 25 nicht, und zu bewerten bleibt die Verarbeitung selbst. Diese misst sich an der DSGVO, die in Artikel 5 Absatz 1 Buchstabe c verlangt, dass personenbezogene Daten dem Zweck angemessen und erheblich sowie auf das notwendige Maß beschränkt sind (DSGVO). Wohin sich die Anforderungen an Einwilligungsbanner bewegen, ordnet der Beitrag zur Cookie-Banner-Reform 2026 ein.

  • Sitzung aus flüchtigen Merkmalen bilden: Ein serverseitig gebildeter Schlüssel aus gekürzter Adresse, Kopfsatzmerkmalen und einem täglich wechselnden Zufallswert reicht aus, um Aufrufe innerhalb eines Besuchs zu ordnen, und lässt sich nach Ablauf des Zeitfensters nicht mehr zurückrechnen.
  • Zeitfenster statt dauerhafter Kennung: Ein Fenster von 30 Minuten Inaktivität bildet den üblichen Sitzungsbegriff ab. Eine Wiedererkennung nach Tagen ist für die Pfadauswertung entbehrlich und erhöht nur die Eingriffstiefe.
  • Reihenfolge speichern, nicht Identität: In der Datenhaltung landet die Kante - Ausgangsseite, Zielseite, Zeitstempel, Zähler. Die Einzelsitzung braucht nach der Verdichtung niemand mehr.
  • Herkunft nur nach eigenem Ursprung auflösen: Interne Übergänge tragen den vollständigen Pfad, fremde Herkunft wird auf die Domäne verkürzt gespeichert. Das entspricht dem, was die Standardrichtlinie ohnehin liefert.
  • Frühzeitig verdichten: Tages- und Wochensummen je Kante beantworten die Fragen, die nach Monaten noch gestellt werden. Rohdaten mit Einzelsitzungen brauchen eine kurze Frist und einen belegten Zweck.

Der Preis dieses Weges ist bekannt und überschaubar: Besucher, die über mehrere Geräte kommen, erscheinen mehrfach, und eine Wiederkehr nach zwei Wochen bleibt unerkannt. Für die Frage, an welcher Kante ein Weg endet, spielt beides kaum eine Rolle, weil diese Frage innerhalb eines Besuchs beantwortet wird. Wer zusätzlich wissen möchte, welche Quelle einen Pfad angestoßen hat, braucht saubere Kampagnenparameter statt einer längeren Speicherung - der Beitrag zur Hygiene von Kampagnenparametern beschreibt, woran diese Zuordnung sonst scheitert.

Eine Übergangsmatrix in sieben Schritten aufbauen

Die Auswertung selbst ist weniger aufwendig, als sie klingt. Sie braucht eine geordnete Liste von Ereignissen je Sitzung und eine Vorstellung davon, welche Wege überhaupt gemeint sind. Der folgende Ablauf hat sich bewährt und lässt sich in einer Tabellenkalkulation ebenso abbilden wie in einer Abfrage gegen die eigene Datenhaltung.

  1. Seiten zu Vorlagen zusammenfassen: Tausend Produktadressen ergeben keine lesbare Matrix. Gruppieren Sie nach Vorlage - Übersicht, Detail, Formular, Bestätigung - und behalten Sie nur die zwanzig Einzelseiten, die eine eigene Rolle spielen.
  2. Vollständigkeit der Erfassung prüfen: Eine Kante fehlt auch dann, wenn die Zielseite gar nicht gemessen wird. Ein Abgleich zwischen Adressverzeichnis und gemessenen Seiten deckt das auf, wie ihn der Beitrag zur Monitoring-Abdeckung beschreibt.
  3. Sitzungen ordnen und Kanten bilden: Je Sitzung die Ereignisse nach Zeit sortieren und jedes aufeinanderfolgende Paar als Kante zählen. Selbstübergänge - dieselbe Seite zweimal hintereinander durch Neuladen - werden verworfen.
  4. Ausstiege als eigene Zielspalte führen: Der letzte Aufruf einer Sitzung bekommt eine künstliche Zielseite „Ausstieg“. Dadurch summiert sich jede Zeile der Matrix auf hundert Prozent, und der Ausstieg steht als Wettbewerber der übrigen Wege da.
  5. Erwartete Kanten markieren: Legen Sie vorab fest, welcher Übergang je Vorlage der gewünschte ist. Ohne diese Festlegung wird jede Verschiebung nachträglich zur Bestätigung dessen, was man ohnehin vermutet hat.
  6. Mit einem Vergleichszeitraum rechnen: Eine Kante beurteilt man nicht in absoluten Zahlen, sondern gegen dieselbe Woche des Vormonats. Saisonale Effekte und Kampagnen verschieben sonst jede Interpretation.
  7. Befunde an Ereignisse binden: Halten Sie Umbauten, Umstellungen und Ausfälle mit Datum fest und legen Sie sie über die Kantenverläufe. Die meisten Einbrüche erklären sich dann in Minuten statt in Sitzungen.

Ein sinnvoller Rhythmus ist wöchentlich für die zehn wichtigsten Kanten und monatlich für die vollständige Matrix. Häufiger nachzusehen erzeugt Rauschen, seltener lässt Umbauten und ihre Folgen auseinanderdriften, bis die Zuordnung nicht mehr gelingt. Verbinden Sie die Auswertung mit den technischen Befunden derselben Woche - eine Kante, die genau an dem Tag einbricht, an dem eine Weiterleitung eingerichtet wurde, ist selten ein Zufall.

Pfadauswertung mit XICTRAQ einrichten

XICTRAQ misst Seitenaufrufe über ein eigenes Skript aus erster Hand, ohne Zugriff auf das Endgerät und ohne Weitergabe an einen fremden Dienst. Aus den geordneten Ereignissen einer Sitzung entstehen Einstiegs- und Ausstiegsseiten, Reihenfolgen und die Übergänge zwischen den Seiten. Weil die Verarbeitung in Deutschland stattfindet und die Sitzungszuordnung ohne dauerhafte Kennung auskommt, entfällt das Einwilligungsbanner als Voraussetzung für die Messung - und damit auch der Anteil an Sitzungen, der bei einer bannerbasierten Messung gar nicht erst erfasst wird.

Frage aus dem PfadWoher die Antwort kommtWas dafür stimmen muss
Wo beginnen Sitzungen?Einstiegsseiten mit Quelle und KampagnenparameterSaubere Parameter an allen Kampagnenzielen
Wo enden sie?Ausstiegsseiten je Vorlage und je ZeitraumErfassung auch auf selten besuchten Seiten
Welcher Übergang verliert?Kantenliste mit Anteil und absoluter ZahlVergleichszeitraum und markierte Wunschkante
Ist der Verlust echt?Abgleich mit Statuscodes und Antwortzeiten derselben StundeMonitoring und Analytics im selben Konto
Ist es ein Mensch gewesen?Bot-Erkennung vor der KantenbildungAktuelle Version des Messskripts
Was hat sich geändert?Änderungsverlauf mit Zeitstempel neben dem KantenverlaufGepflegte Liste der Umbauten

Für die regelmäßige Vorlage im Team oder beim Kunden lassen sich die Kennzahlen als wiederkehrender Bericht ausgeben oder auf einer geteilten Seite zeigen, wie es die Funktionen für Berichte und Statusseite beschreiben. Wer die Auswertung erst einmal an einem gefüllten Datenbestand sehen möchte, findet die Ansichten in der Demo mit Beispieldaten. Und wer die Übergänge in Umsatz übersetzen möchte, findet den Anschluss im Beitrag zum Messen von Abschlüssen ohne fremde Skripte.

Eine belastbare Pfadauswertung ist am Ende kein Bericht, sondern eine Gewohnheit mit vier Teilen: eine kleine Zahl benannter Kanten, ein fester Vergleichszeitraum, eine Trennung zwischen Menschen und Maschinen sowie eine Notiz darüber, was in der Woche verändert wurde. Wer diese vier Teile zusammenhält, sieht einen Abriss in der Woche, in der er entsteht - und nicht im Quartalsbericht, wenn die Ursache längst unter drei weiteren Umbauten liegt.

Quellen und Studien

Dieser Artikel basiert auf Daten von der Nielsen Norman Group, dem Baymard Institute, dem HTTP Archive Web Almanac und Chrome for Developers. Ergänzend herangezogen wurden die Referrer-Policy-Spezifikation des W3C, das Telekommunikation-Digitale-Dienste-Datenschutz-Gesetz und die Datenschutz-Grundverordnung. Die genannten Zahlen beziehen sich auf den Stand der jeweiligen Veröffentlichung und ersetzen keine Rechtsberatung.

Was ist der Unterschied zwischen Ausstiegsrate und Absprungrate?
Die Absprungrate zählt Sitzungen mit genau einem Seitenaufruf, die Ausstiegsrate zählt, wie oft eine bestimmte Seite die letzte einer Sitzung war. Eine Seite kann deshalb eine geringe Absprungrate und eine hohe Ausstiegsrate haben: Besucher kommen über andere Seiten an und beenden den Besuch dort. Beide Werte sind Eigenschaften einer einzelnen Seite und sagen typischerweise nichts darüber, welcher Übergang verloren geht - dafür braucht es die Kante zwischen zwei Seiten.
Wie lange dauert ein Seitenbesuch im Durchschnitt?
Die Nielsen Norman Group hat für den Durchschnitt etwas weniger als eine Minute ermittelt und beschreibt, dass Besucher Seiten typischerweise nach 10 bis 20 Sekunden verlassen (Nielsen Norman Group 2011). Der Mittelwert taugt allerdings wenig zur Steuerung, weil die Verteilung sehr breit ist: Ein Teil der Besuche endet nach Sekunden, ein anderer dauert mehrere Minuten. Für die Pfadauswertung ist die Verweildauer ohnehin zweitrangig, weil sie beim letzten Aufruf einer Sitzung nicht entsteht.
Warum fehlt bei vielen Übergängen die Herkunftsangabe?
Dafür gibt es mehrere Gründe. Chrome hat seinen Standard für die Referrer-Richtlinie mit Version 85 auf strict-origin-when-cross-origin gestellt (Chrome for Developers); bei fremdem Ursprung kommt seitdem nur noch Schema, Host und Port an, nicht der Pfad (W3C). Dazu kommen Direktaufrufe ohne jede Herkunft, Verweise mit rel="noreferrer" und Weiterleitungen, die den Ursprung wechseln. Interne Übergänge behalten den vollständigen Pfad, solange keine strengere Richtlinie global gesetzt ist.
Lassen sich Nutzerpfade ohne Einwilligungsbanner auswerten?
In der Regel ja, sofern auf den Zugriff auf das Endgerät verzichtet wird. § 25 Absatz 1 TDDDG knüpft die Einwilligungspflicht an die Speicherung von Informationen in der Endeinrichtung und den Zugriff darauf (TDDDG). Wird die Sitzung stattdessen serverseitig aus flüchtigen Merkmalen und einem Zeitfenster gebildet, entfällt dieser Anknüpfungspunkt. Die Verarbeitung selbst bleibt an der DSGVO zu messen, insbesondere am Grundsatz der Datenminimierung nach Artikel 5 Absatz 1 Buchstabe c (DSGVO). Eine rechtliche Prüfung des Einzelfalls ersetzt das nicht.
Wie viele Übergänge sollte man gleichzeitig beobachten?
Erfahrungsgemäß reichen zehn bis fünfzehn benannte Kanten für eine mittelgroße Website. Entscheidend ist die Auswahl: die Übergänge, die zu einem Abschluss führen, die Übergänge zwischen den Inhaltsebenen und die zwei bis drei Kanten, an denen das meiste Volumen hängt. Eine vollständige Matrix mit hunderten Zellen wird selten gelesen und eignet sich eher für die monatliche Durchsicht als für die laufende Beobachtung.
Woran erkennt man, dass ein Einbruch ein Messfehler ist?
An drei Anzeichen. Erstens bricht die Kante an genau einem Tag ein statt allmählich - das deutet auf eine Umstellung hin, etwa an der Referrer-Richtlinie oder am Messskript. Zweitens sinkt gleichzeitig die Zahl der Sitzungen mit mehr als einem Aufruf, was für eine verlorene Sitzungszuordnung spricht. Drittens bleibt die Zielseite in Statuscodes und Antwortzeiten unauffällig. Treffen alle drei zu, gehört zuerst die Messung geprüft und erst danach der Inhalt.

Passend in XICTRAQ

Anleitungen

In 60 Sekunden starten

Lassen Sie XICTRAQ Ihre Website bewachen.

Dauerhaft kostenloser Plan verfügbar. Keine Kreditkarte, keine Installation, keine versteckten Kosten.